Geschichte #6

Diese zwei Prinzipien sollen jedes
meiner Verhaltensmuster erklären?

Schön, dass du wieder dabei bist!

Erinnerst du dich an diesen Satz aus meiner letzten Geschichte?

Es ist wichtig zu verstehen, dass jegliches Verhalten nur ein Ziel hat:

"Wir wollen mehr Lebensfreude und Lebensqualität.“

Und das kann ich natürlich auch begründen:

Wir alle folgen einem unbewussten, evolutionären Muster, das wir „ohne Kenntnis“ nur schwer beeinflussen können. Und dieses Muster heißt:

Schmerz vermeiden, Freude gewinnen!

Alles, was wir tun, folgt diesem instinktiv-unbewussten Antreiber!

Es war Anfang Januar 2003, als mir dieses Prinzip so richtig bewusst wurde.

Ich arbeitete an diesem Tag mental die letzten Jahre durch, um daraus zu lernen, was ich für kommende Jahre besser machen kann!

Ich ging also in Gedanken in der Zeit zurück und notierte mir mal alle Schwierigkeiten, die ich die letzten 10-20 Jahre so hatte! Darunter eben auch meine erste Ehe, ebenso meine früheren finanziellen Probleme usw.

Für mich war klar, dass wenn dieses Prinzip wirklich stimmen würde, ich es dann auch in jedem meiner Verhaltensweisen erkennen müsste.

Und so sah dann meine Liste von Fragen und Antworten aus!

Frage: Weshalb bin ich in meiner ersten Ehe zum Opfer meiner Gewohnheiten geworden und habe in meiner Freizeit ständig nur in die Glotze geschaut?

Antwort: Das war bequem! Einfach nichts mehr tun, sich nicht mehr anstrengen zu müssen, einfach entspannen! Ich wollte Anstrengung vermeiden! - Schmerz vermeiden!


Frage: Wieso haben wir damals nicht mehr kommuniziert?

Antwort: Weil jedes Gespräch in Diskussionen ausartete und das war zu mühselig! Also, lieber gar nicht mehr reden!


Frage: Weshalb habe ich meine Bedürfnisse unterdrückt und totgeschwiegen!

Antwort: Um Ärger und Streit zu vermeiden!


Frage: Wieso habe ich mich von meiner Ex-Frau immer wieder provozieren lassen!

Antwort: Weil ich mich durch ihre Vorwürfe als ungenügend empfunden habe. Genau deshalb habe ich zurückgeschossen. Ich wollte meinen emotionalen Schmerz kompensieren!


Frage: Warum habe ich all' die Jahre einen Job gemacht, den ich gehasst habe?

Antwort: Weil ich keine andere Möglichkeit sah, auf anderem Wege anständig Geld zu verdienen. Kündigen hätte zum damaligen Zeitpunkt alles noch schlimmer gemacht!


Frage: Wieso hatte ich diesen Vertrag damals nicht unterzeichnet, der mir finanziell den Hintern gerettet hätte?

Antwort: Weil es für mich viel schlimmer gewesen wäre, diesen von mir gehassten Job zu machen, als eine ganze Weile sehr wenig zu haben. Ich hätte das Angebot nur angenommen, um meiner Frau etwas bieten zu können. Es wäre schlimmer für mich gewesen, mich meiner Frau gegenüber als Versager zu fühlen!


Frage: Warum habe ich mich nicht frühzeitig mit meinen damaligen Gläubigern auseinandergesetzt und abgewartet, bis es zu spät war?

Antwort: Ich hatte Angst vor den Gesprächen, den Reaktionen der Gläubiger und dem damit verbundenen Schamgefühl!


Frage: Wieso habe ich über Jahre nur gearbeitet und vergessen zu leben?

Antwort: Nie mehr wieder wollte ich so eine finanzielle Katastrophe erleben! Nie mehr!


Frage: Wieso waren meine damaligen Freunde nicht für mich da, obwohl ich doch immer für sie da war?

Antwort: Genau das war ich eben nicht! Ich war nicht für sie da, ich war für mich da! Ich hatte den anderen nicht derentwegen geholfen, sondern um mich selbst wichtig und bedeutend zu fühlen und somit auch anerkannt zu werden! Ich habe sie benutzt, um mir gute Gefühle zu machen, wie auch sie mich benutzt haben! Und als ich sie brauchte, wollten sie ihren eigenen Schmerz vermeiden, deswegen gingen sie mir aus dem Weg!


Es waren noch ca. 100 Fragen und Antworten mehr. Ich denke aber, diese Beispiele reichen um zu verstehen:

Wir alle versuchen ständig nur Schmerz vermeiden und mehr Freude gewinnen!

Nachdem mir das klar war, studierte ich die Psyche des Menschen und entdeckte für mich das Geheimnis für ein erfülltes, erfolgreiches und glückliches Leben!

Und dieses Geheimnis lag in meiner Persönlichkeit – nirgendwo sonst!

Auch jetzt sage ich DANKE für deine Zeit und freue mich auf die finale Geschichte 7!

Volker Knehr