Wer das glaubt, verarscht sich selber

Ich möchte dir heute von einem Ratten Experiment erzählen, das mich extremst beeindruckt hat.

Ich weiß nicht, ob du Labyrinthe kennst. Das sind in einem geschlossenen Kasten aufgebaute Irrgänge.

Am Anfang dieses Labyrithes sitzt also in diesem Fall eine Ratte hinter einer Klappe. Irgendwann öffnet sich die Klappe, zack! Und die Ratte läuft los und sie scharrt an den Wänden. Sie schnuppert, sie schnüffelt und irgendwann findet sie das, was sie finden sollte, nämlich das in dem Labyrinth versteckte Futter.

Man konnte das ganze Experiment über die Aktivität der Ratten neuronal messen und somit mitverfolgen, wann es in den sogenannten Rattengehirnen zu Ausschlägen kam. Und tatsächlich gab es immer nur zwei große Ausschläge, nämlich wenn sich die Klappe durch das Klicken öffnete und wenn die Ratte das Futter gefunden hatte. Dazwischen waren so gut wie keine Ausschläge zu registrieren bzw. die waren einfach super minimal und eher bedingt durch Bewegung, durch die Atmung und durch die Aktion.

Man hat diesen Versuch 20 mal wiederholt, dann fand die Ratte das Futter schnell und ohne Umwege. Sie wusste genau, wo sie lang musste.

Nach ganz vielen Wiederholungen gab es nur noch zwei Ausschläge. Die anderen, kleinen waren komplett verschwunden, der Weg wurde also nicht mehr bewusst verarbeitet. Es gab auch keine Anzeichen dafür, dass sich die Ratte an den Weg erinnerte.

Man konnte vielmehr sehen, dass sie sich eben nicht erinnerte, wo sie da hinläuft. Und doch fand sie ganz spontan das Futter.

Tja, und mit diesem Experiment wurde der Beweis angetreten, dass wir uns neu konditionieren, ohne dass wir dazu bewusst auf unseren Erinnerungsspeicher zurückgreifen müssten, wenn wir etwas nur lange genug wiederholen.

Sowohl dieser Versuch, als auch viele andere Experimente, die gemacht wurden, bestätigen das eindrucksvoll.

Wir lernen entweder

  • episodisch, also durch ein einmaliges, heftiges emotionales Ereignis
    oder
  • semantisch, das heißt durch ständige Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung.

Und genau das ist der Grund, warum ich auch so ein bisschen ein Problem mit solchen Chaka Veranstaltungen habe, bei denen man ein oder zwei Tage wie in einen “Tunnel der Motivation” gerät, bei der man mitmachen soll, tanzt und lacht.

Ich finde das alles toll. Aber…

Wer glaubt, sich dadurch verändern zu können, der verarscht sich selber.

Solche Tage sind bestenfalls geeignet, um einen ersten Impuls zu bekommen, der einen dann auf den Weg bringt, um sich weiter mit den Themen auseinanderzusetzen. Aber dieses Ratten Experiment und tausende andere Versuche haben ganz klar bewiesen: Veränderung geht so eben nicht.

Veränderung ist ein Prozess und man muss gewisse Dinge immer und immer wieder wiederholen, damit sie zu einer Gewohnheit werden, damit sie zu unserem gewohnheitsmäßigen Denken werden.

Ja, als ich damals begriffen habe, dass ich noch so gute Seminare machen kann, aber dass ich nicht dafür sorgen kann, dass jeder Teilnehmer episodisch bei mir lernt, als ich verstanden habe, dass diese Trainings “nur” Eventerlebnisse sind, dass jeder alles, was ich sage, zwar aufs erste Mal begriffen und verstanden hat und umsetzen könnte, es aber im Alltag dann nur selten bis gar nicht wirklich regelmäßig tut, war für mich klar:

Ich muss das, was ich machen oder erreichen möchte, aufbauen wie in diesem Ratten Experiment. Ich muss meinen Teilnehmern die Möglichkeit geben, das Gelernte mit ganz viel Spaß immer und immer wieder zu wiederholen, damit sie überhaupt die Chance haben, sich zu verändern.

Also ganz gleich, was du tust und wohin deine Reise geht oder wie du dich entwickeln willst, mach dir immer bewusst:

Schnelle emotionale Erfahrungen sind ideal, um eine Entscheidung zu treffen und dann intensiver in eine Sache einzusteigen. Zu mehr taugen sie für gewöhnlich nicht.

Vielleicht sagte deshalb schon Aristoteles:

Wiederholung bringt den Erfolg.

Was immer du also lernen willst, was immer du können willst, du weißt jetzt, du darfst es nicht nur einmal machen, sondern du musst es immer und immer und immer wieder wiederholen. So lange, bis du nicht mehr drüber nachdenken musst. Und dann? Dann wird es auch ein Knaller.

Und genau den wünsch ich dir. Also bleib gut drauf und denk dran: Immer schön wiederholen – die Dinge, die du können willst.

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